[Rezension] Stephen King - Finderlohn





Preis: 11,99 €
Einband: E-Book
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 561 Seiten
ISBN: 978-3-641-16402-7
Veröffentlichung: 08.09.2015
Verlag:  Heyne Verlag






John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?
Quelle: Heyne Verlag

Nachdem mich Mr. Mercedes auf seine wahnsinnige Amokfahrt mitgenommen hatte, wollte ich einfach wissen wie sein Aufspürer, Bill Hodges, weiter macht. 

Zumal wartet in meinem Bücherregal schon der 3. Teil, "Mind Control", bei dem ich mir allerdings etwas mehr erhoffe als bei diesem. 

Etwas Zeit ist verstrichen nachdem wir Mr. Mercedes unschädlich gemacht haben, aber vergessen wird man ihn wohl nicht so leicht. Dies liegt vor allem daran, das die Ereignisse rund um die Amokfahrt und das unschädlich machen des Täters sehr oft im Buch erwähnt werden und sogar ein entscheidender Punkt in der aktuellen Story sind.

Dies störte mich jedoch leicht, da so viel Platz für die Geschichte von diesem Buch weg genommen wurde, welche diese vielleicht einen Hauch spannender gemacht hätte.

Tatsächlich empfand ich diesen Teil der Reihe um einiges ruhiger als seinen Vorgänger. Natürlich gab es Tote, natürlich gab es Verletzte und natürlich gab es eine blutige Spur zum Täter, aber so richtig schockieren konnten sie mich nicht. Vielleicht weil es nur selten Beschreibungen der Wunden gab, wodurch sie für mich einfach Wunden blieben ohne ein nennenswertes Bild.

Schriftlich hatte ich allerdings wieder meine Freude am Buch, da man einfach sehr geschmeidig durch die Zeilen kam und Seiten nur so weg huschten. Man hatte unterhaltsame Momente die einem trotz dem Ernst der Lage zum Grinsen brachten, aber auch diese die einem zum Nachdenken brachten. Gerade für mich als Leser, war es erschreckend zu sehen, wie schnell man von einen Autor besessen werden kann und wie herb die Taten sein können,die man ausführt, wenn man das Gefühl bekommt, das der Autor sich selbst und seine Figur verraten hat. 

Wenn es etwas gibt das Stephen King perfekt beherrscht, dann ist es die Darstellung von Emotionen. Sie waren in diesem Buch zwar nicht perfekt, aber da und bereiteten mir dadurch trotzdem ein Erlebnis.


Wenn ich an das Buch zurück denke, kann ich mich an jede Person erinnern die darin mitspielte. Erschreckend oder? Aber auf angenehme Art und Weise.

Über Bill, Holly und Jerome möchte ich nicht wirklich etwas erzählen, da ich finde das man selbst erlesen sollte, wie sie ihr Leben nachdem ersten Teil leben. Überraschungen sind hier übrigens nicht ausgeschlossen.

Der junge Pete Saubers, welcher der Hauptcharakter im Buch war, kann man wohl als die Art Jugendlicher bezeichnen der einfach gut ist. Er ist fleißig, clever und hat ein gutes Herz. Was dies allerdings mitbringt, ist die Angst etwas falsches zutun und genau dies passiert auch teilweise. Wie jeder der noch einigermaßen rechtlich denkt, hat er Angst davor selbst für kleine Taten hart bestraft zu werden. Gerade deswegen war es so interessant zu sehen wie er sich aus einer schwierigen Situation heraus kämpft. 

Morris Bellamy ist wahnsinnig. Er hört keine Stimmen, aber in seinem Kopf gibt es nur eine wichtige Person, den Autor "John Rothstein". Er vergöttert seine Texte, aber hasst ihn dafür das er seinen Hauptcharakter verriet. Dieser Hass ist stets greifbar und für den Leser klar zu spüren. Natürlich kann einen ein Ende einmal nicht gefallen, darüber schaut man hinweg und die Sache ist getan, aber Morris, kann dies nicht so stehen lassen. So eigenartig wie es klingt, aber ein wenig mehr Wahnsinn, hätte Morris noch verkraftet, damit das Ende etwas runder wirkt.

Egal ob Pete´s Eltern oder die Familie und Bekanntschaften von Morris, sie waren gut durchdacht und sehr gut vorstellbar. Teilweise überkam mich sogar das Gefühl zumindest Charakterstränge in anderen Menschen bereits gesehen zu haben. Man merkt also, es ist sehr realistisch verarbeitet.


Die derzeitigen Aufmachungen der Stephen King-Bücher finde ich zeitgemäß und sehr gut gestaltet. 

Die Reihe um Bill Hodges ist zwar eine seiner Jüngeren, weckt allerdings großes Interesse. Bei diesem Buch zeiht ein Füller das Hauptaugenmerk auf sich und das zurecht. Ein toter Schriftsteller, was würde da besser passen als ein Füller mit Blutspuren? 

Auch wenn ich nur selten schwarz/weiß/rot-Cover lobe, so kann ich bei diesem nur sagen, das es mich ansprach.


Zu weiche Charaktere und ein bisschen zu wenig Spannung, aber eine Story die verblüffte.


Bereits rezensierte Bücher des Autors:

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Kommentare:

  1. Schade das dich der zweite Band nicht emhr so abholen konnte. Ich fand diesen ebenso gelungen wie den ersten, wobei ich die Reihe auch gehört habe und dann auch noch mit David Nathan <3 Den dritten empfand ich als den schwächsten, hoffe für dich auf spannendere Lesestunden, ansonsten wird's gar eine Enttäuschung

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    1. Hey Janna,

      ja irgendwie fehlte mir der Nervenkitzel. Ich bin sehr gespannt auf den 3. Teil und hoffe doch das es einen guten Abschluss gibt. Aber wenn du schon enttäuscht bist, was soll das dann erst bei mir werden? O.O

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende

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    2. Ich fand den 2ten ja toll, vondaher empfindest du den dritten ja vielleicht ganz anders? Wünsche es dir! Bestimmt/vielleicht eher typisch King, aber im Vergleich zu den Vorbänden nicht passend - mehr verrate ich aber nicht ;)
      Und das Ende *heul

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