[Rezension] Thomas Einsingbach - Asian Princess




Autor: Thomas Einsingbach
Preis: 12,95 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 296 Seiten
ISBN: 978-3-95462-805-6
Veröffentlichung: 01.09.2017
Verlag:  Mitteldeutscher Verlag





William LaRouche ermittelt wieder

Eine Bankierswitwe wird in ihrer Villa im Taunus kaltblütig erdrosselt. Bei Heidelberg entdeckt man die brutal verstümmelte Leiche eines Asiaten, etwa zeitgleich wird dort das mysteriöse Verschwinden der thailändischen Gaststudentin und Milliardärstochter Suwannee festgestellt. Kurz darauf begeht ein Universitätsdekan Suizid und in einem Mannheimer Friseursalon kommt es zu einem grausamen Massaker. Was hat es mit dem Verschwinden der jungen Thailänderin auf sich – und wie hängen all diese dramatischen Ereignisse zusammen? Sein neuer Auftrag führt den Privatermittler William LaRouche von Bangkok in die Rhein-Neckar-Region, die Heimat seiner deutschstämmigen Mutter. Hier trifft er bei seinen Recherchen auf seltsame Verwandtschaft. Hat auch sie bei den Verbrechen ihre Finger im Spiel?

Quelle: Mitteldeutscher Verlag




Im Juni diesen Jahres durfte ich bereits den Vorgänger "Bangkok Rhapsody" lesen, welcher interessant war, für einen Thriller aber einfach zu wenige Spannungsmomente besaß. Trotzdem wollte ich mehr über William LaRouche erlesen und war gespannt was mich in "Asian Princess" erwartete.

Ich möchte mich hier auch gleich beim "Mitteldeutschen Verlag" bedanken, welcher mir das Rezensionsexemplar zu kommen ließ. Ich wusste das Buch um so mehr zu schätzen, da es aus einem Verlag stammt, welcher seinen Sitz in meiner Stadt hat. 

Ob mich "Asian Princess" überzeugen konnte? Das erfahrt ihr gleich.

Die Geschichte begann da wo "Bangkok Rhapsody" aufhörte, so das es einen nahtlosen Übergang zwischen den Büchern gab. Dies ermöglichte einen problemlosen Einstieg und war äußerst angenehm verfasst.

Nachdem ich das Buch gelesen hatte, musste ich feststellen, das wieder sehr viel Spannung durch zu kurzweilige Beschreibungen verloren gegangen waren. Natürlich wurde wieder vieles sehr genau beschrieben, aber in dem Fall leider meist das Falsche. Zum Beispiel hätte ich Suwannee´s Ort, an dem sie festgehalten wurde, viel mehr aufmerksam geschenkt und ihn viel genauer beschrieben.

Dabei hatte das Buch so gute Ansätze. Die Entführung einer asiatischen Großerbin, war eine gute Idee um den Vater Geld zu entlocken. Allerdings gab es sowohl von Seiten der Tochter als auch der des Vaters Tätigkeiten, die mich nur dazu brachten den Kopf zu schütteln. Es war zwar schön zu sehen dass das junge Mädchen Hoffnung hatte ihrem Gefängnis zu entkommen, aber keinerlei Bemühungen dafür an den Tag legte. Für mich hörte es sich stets so an als wäre die Fesselung ertragbar und das ausharren in einem Raum etwas ganz normales. Auch der Umgang mit anderen schwierigen Themen wie Homosexualität oder Nymphomanie, wurde nur sehr einsilbig in die Geschichte integriert.

Als Thriller-Fan egal ob Psycho oder nicht, habe ich gewisse Erwartungen an ein solches Werk. Ich möchte bei solchen gebannt die Seiten erlesen, vor Spannung die Luft anhalten und in die Seele des Peinigers oder Opfers sehen können, um wenigstens einigermaßen zu verstehen warum dies alles geschah.
Warum der Täter in diesem Buch so handelte, wurde natürlich erklärt, aber wirklich verstanden hatte ich es nicht. Dies sorgte natürlich für Unmut, da ich eine plausible Erklärung erwartet hätte. Denn selbst wie man auf den Täter kam, hatte etwas naives an sich.

Wie schon oben beschrieben, würde ich die Geschichte ehr als Kriminalroman abtun, da der vorrangige Verlauf davon handelte den Täter auszumachen und die entführte Studentin zu finden. 

Den Schreibstil von Herrn Einsingbach würde ich als klar bezeichnen, da man der Geschichte folgen konnte und ein einfaches Schriftbild ohne große Fremdworte hatte. Ich hätte dem Buch nur mehr Seiten zu gesprochen, um die Geschehnisse ausführlicher hervor zu bringen.

Auch wenn das Buch komplett auf deutsch zu lesen war, hatte man immer wieder Absätze in denen eigentlich eine andere Sprache gesprochen wurde. Hier wurde stets darauf hingewiesen das eigentlich eine andere Sprache gesprochen wurde, was in keinster Weise störte. Ich selbst empfand es sogar als sehr hilfreich.


Im Vordergrund stand natürlich wieder Ex-FBI-Agent William LaRouche, welcher mit seiner eigenen Privatdetektei große Erfolge erzielte. 

Auch diesmal lernten wir den 44-jährigen näher kennen, wobei man bestimmt noch mehr hätte preis geben können.
Trotzdem fand ich es besonders spannend, das er verschiedene  Sprachen sprechen konnte und diese im Buch auch des öfteren anwendete. Gefühlsmäßig ließ es das Buch leider nicht weiter zu in seine Seele zu schauen und seine Denkweisen zu erörtern. Dies empfand ich als sehr schade, da er so etwas flach wirkte.

Da es diesmal nach Heidelberg in Deutschland ging durfte wir ein neues Ermittler-Team kennen lernen. Da dieses nur für ein Buch gedacht war, hätte es eigentlich mehr Beschreibungen geben müssen. Einzig über die Einsatzleiterin Claudia Bächle-Malvert war die einzige der Gruppe, der man mehr Aufmerksamkeit schenkte, da diese eine Prothese trug. Die Geschichte zu jener wird im Buch erörtert, hinter ließ bei mir jedoch nur ein Kopf schütteln.

In regelmäßigen Abständen erfuhren wir was bei Suwanee, der Entführten und ihrem Peiniger vor ging. Wie ich schon erwähnte, war mir das Spiel zwischen den Beiden einfach zu aufgesetzt und unrealistisch, da man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte das Suwanee ernsthaft in Gefahr wäre. Zwar wurde immer wieder angedeutet wie die Beiden dachten, jedoch konnte ich nur die Gedanken des Täters etwas nachvollziehen. 

Da in Heidelberg und Umgebung ein Teil von William´s Familie lebte, durften wir diese ebenfalls kennen lernen. Für mich war dies eindeutig zuviel, da das Maß an Personen die wichtig für das Buch waren für mich bereits voll besetzt war. Genau deswegen hatte ich auch das Gefühl, das die Familienmitglieder nur halbherzig wiedergegeben wurden. Eine richtige Verbindung mit ihnen auf zu bauen, war schlicht nicht möglich. Auch hier hätte ich mir gewünscht, das man das Buch lieber um ein paar Seiten erweitert hätte, um so detailreichere Beschreibungen hervor zu bringen.

Richtig wohl fühlte ich mich leider mit keiner der Charaktere, da sie für mich einfach zu oberflächlich waren. Bei einem Thriller erwarte ich eine gewisse Tiefe, welche einfach nicht gegeben war. 

Auch wenn ich inhaltlich meine Probleme hatte, so war die Aufmachung des Buches wieder ein voller Erfolg. 

Man blieb dem Stil des Vorgängers treu und setzte auf eine dezente Aufmachung. Nicht immer müssen Buchcover voll gefüllt sein. Manchmal reicht es auch aus, wenn ein Zeichen auf dem Buch ist, welches man mit dem Buchtitel verbindet. 
In dem Fall fand ich die Lotusblüte sehr passend zum asiatischen Buchtitel "Asian Princess"

Einzig der Aufwand für das Cover hatte sich geändert, da diesmal die Buchstaben des Buchtitels nicht ausgestanzt waren, so das der Hintergrund dem Titel seine Farbe gab.


Ein Thriller mit wenig Spannung und viel zu oberflächlichen Charakteren, denen einfach die Tiefe fehlte. Gerade dies sollte in einem Thriller zu finden sein. Sehr schade, da ich einfach mehr erwartet hatte.



Bereits rezensierte Bücher des Autors:



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