28 April 2017

[Rezension] Mark Silving - Volarus Erbe (Aemeas: Das Feuer der Schuld)







"Volarus Erbe (Aemeas: Das Feuer der Schuld)"

Autor:  Mark Silving
Preis: 14,97 €
Einband: Softcover
Seitenanzahl: 600 Seiten
Veröffentlichung: 08.11.2016
Verlag: CreateSpace



Das Inselvolk der Ziawi führt ein glückliches, einfaches Leben: Außerhalb ihrer Insel herrscht Dyzar, das Böse schlechthin. Ihr Lebensraum selbst wird von der Gottheit Khi beschützt. Doch ausgerechnet die Häuptlingstochter Asaria zweifelt diese allgemeine Überzeugung an. Als sie wagt, dies auszusprechen, taucht ein verhüllter Fremder wie aus dem Nichts auf. Er behauptet, Khis Gesandter zu sein, und fordert die Unterwerfung der Ziawi unter seine brutale Hand. Ein Glaubenskonflikt entbrennt, der das einst friedliche Volk in verschiedene Feindeslager auseinanderreißt. Gleichzeitig erkennt Asaria, dass ihr Amulett auf übernatürliche Weise wirken kann. Es unterscheidet Wahrheit von Lüge, beeinflusst das tiefste Wesen eines Menschen und führt Asaria zu einer Liebe, die ihre kühnsten Träume übersteigt. Doch wird all das ausreichen, um den schier unbesiegbaren Tyrannen zu Fall und dem Volk wieder Frieden zu bringen?

Quelle: Amazon


Auch wenn das Buch 600 Seiten hat, verflog die Zeit nur so beim Lesen. Ich las und las und las und bis zu meiner ersten Pause waren schon 120 Seiten weg gelesen. Besonders der Genre-Mix aus Fantasy, Science Fiction und Erotik ist dem Autor, in seinem Erstlingswerk , mehr als gelungen.

Wir verfolgen die Geschichte aus 2 Sichtweisen. Zum einen aus der von Chad, der in Myrion lebt, in der es Aemeas-Begabte gibt, welche, so kommt es einen vor, zaubern können. Sie haben Kräfte, für die sie gerade von Chad, stark beneidet werden. Zum anderen erleben wir die Geschichte von Asaria, die in Chas´s Welt eine Art Heilige ist. Sie lebt auf einer Insel, die der Gott Khi schützt. Ihr Volk, die Ziawi, leben in Einklang mit der Naturund nutzen die Mittel die sie haben um ein angenehmes Leben führen zu können. Wir erleben Asaria aus der Sicht von Chad, der ihre Geschichte während eines Rituals erfährt.

Chads Welt überraschte mich mit etwas von dem ich noch immer nicht sagen kann ob es gut oder schlecht ist. Denn wenn man in Myrion vergeben ist und fremd geht, gibt es ein Gesetz das besagt das man den Seitensprung innerhalb der nächsten 24 Stunden beichten muss. Tut man dies nicht und es kommt heraus das man fremd gegangen ist, wird man verurteilt. 
  
Kommen wir zu den Charakteren selbst. Trotz der sehr kurzen Sequenzen, erfahren wir sehr viel über Chad. Er scheint Einzelgänger zu sein, der aber mit Frauen kein Problem zu haben scheint. Bis jetzt fand er leider nicht die Richtige, da er einfach immer das Gefühl hatte, sich selbst von ihnen ab zu stoßen. Trotzdem wirkt er sehr clever und lässt sich seine eigene Meinung nicht nehmen. 

Über Asaria erfahren wir um so mehr. Sie ist die Häuptlingstochter und trägt immer ein Amulett um den als Hals. Dieses Amulett besteht aus einem Stück Knochen, welches einem Vorfahren ihres Stammes gehört hatte, nämlich von Volaru. Sie ist clever und bildet sich ihre eigene Meinung, auch wenn ihr Stamm an Gebräuche und Rituale glaubt, die eingehalten werden sollten. Im Verlauf der Geschichte wurde sie für mich zu einem immer stärker werdenden Charakter, dem ich nur Respekt zollen kann. 

Norman, ist der Fiesling der Geschichte. Er kommt eines Tages in Asaria´s Dorf und behauptetet ein Gesandter Khi´s zu sein. Er scheint sehr mächtig, da er Blitze erzeugen kann oder unmenschliche Kraft beweist. Er bringt dem Ziawi neue Sachen bei, wie die Metall- oder Glasherstellung. Auch wenn er das Böse ist, so passt seine Figur einfach wundervoll in die Geschichte. Man will einfach erleben wie er gestürzt und zu Fall gebracht wird. 

Mit Ryan kam dann doch noch das Gute ins Dorf, genau wie viele Antworten, die man erst so nach und nach verarbeiten muss, da man überhaupt nicht mit ihnen gerechnet hat. Zudem möchte Ryan Norman stürzen und wirkt dabei so aufrichtig und ehrlich, das man ihn einfach lieb gewinnen muss. Genau wie Norman passte er toll in die Story und versprühte seinen ganz eigenen Charme. Zudem kommt mit Ryan der Science-Fiction-Faktor im Buch erst richtig in Fahrt.

Zum Schreibstil kann ich nur sagen, das ich begeistert bin. Herr Silving schaffte es trotz der 600 Seiten die Spannung aufrecht zu erhalten und in den richtigen Momenten Action oder Gefühle auf erstehen zu lassen. Man konnte nicht mehr aufhören zu lesen und wünschte sich selbst nach dem  Ende sofort mit dem nächsten Teil beginnen zu wollen. Zum Glück erscheint dieser noch 2017. Was mich jedoch besonders faszinierte war der Erfindungsreichtum, den der Autor an den Tag legt. Er gehört vieles dazu um sich so eine fabelhafte Geschichte einfallen zu lassen.

Ich bin sehr angetan von dem Buch und werde auch die Nachfolger, die bis 2019 jährlich erscheinen, weiterhin verfolgen. Mir gefiel die Idee und die Umsetzung einfach zu gut. Man möchte garnicht glauben, das dies der Debütroman des Autors ist.




 
 


23 April 2017

[Rezension] Nadine Erdmann - Cyberworld 2.0: House of Nightmares







" Cyberworld 2.0: House of Nightmares "

Autor:  Nadine Erdmann
Preis: 4,99 €
Einband: E-Book
Seitenanzahl: 333 Seiten
Veröffentlichung: 24.05.2016
Verlag: Greenlight Press




Dunnington schenkte seinem Sohn ein beruhigendes Lächeln. »Ich habe einen unanfechtbaren Vertrag mit ihm ausgehandelt. Er wird kein Wort über dich verlieren. Zu niemandem. Sonst würde er viel zu viel aufs Spiel setzen.«
Um Neds Geheimnis zu wahren und seinem Sohn den Medienwirbel zu ersparen, plant Edward Dunnington die bahnbrechende Erfindung der Bioroboter mit Hilfe eines einflussreichen Geschäftspartners der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber kann man Angus McLean wirklich trauen? Warum wacht der alte Lord plötzlich nicht mehr auf? Sein Körper scheint unversehrt, sein Bewusstsein ist jedoch verschwunden …
In der Einsamkeit der schottischen Highlands müssen Jemma, Jamie, Zack, Ned und Will nicht nur der verschrobenen Adelsfamilie auf den Zahn fühlen. Um herauszufinden, was passiert ist, wagen sie sich auch ins 'House of Nightmares' – und dort wartet das Böse … heimtückisch und grausam … Besonders, wenn man sich nicht an die Spielregeln hält …
Quelle: Greenlight Press



Der zweite Teil der Jugend-SciFi-Reihe CyberWorld ist gelesen und konnte mich genauso mitreißen wie sein Vorgänger. 

Wir beginnen kurze Zeit nach dem ersten Teil und erfahren erst einmal wie sich die Beziehungen zwischen der Gruppe um Jemma, Jamie und Zack und der von Will und Ned entwickelt haben. Das sie nun Freunde sind und Jemma Will verziehen hat, begünstigt die Geschichte sehr, da die Autorin sehr auf Emotionen setzt. 

Allgemein ist der Teil sehr viel emotionaler als der davor. Denn wir erleben oft wie Jamie an sich und seiner Beziehung zu Zack zweifelt. Man merkt das nicht alles an ihm vorbeigeht und ihn Worte wie "Krüppel" doch tief verletzten. Weider rum dürfen wir Zack von seiner liebevollsten Art kennen lernen. Trotz all der Zweifel die Jamie hat, zeigt Zack wie viel ihm sein Freund bedeutet und spart dabei nicht mit Liebesbekundungen. Ned hingegen hat mit seinem neuen Bioroboter-Körper zu kämpfen. Trotz all der Dankbarkeit weiter leben zu dürfen, verkraftet er es nur schwer keinen Schmerz oder Berührungen zu fühlen. 

Auch diesmal faszinierte es mich wie alltäglich der Umgang mit Homosexualität ist oder wie man Jamie umgeht. 

In diesem Teil zieht es uns nach Schottland wo ein Medizin-Mogul nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist. Er soll die erste Person sein die einen Bio-Roboter-Körper bekommen soll, der dann auch an die Öffentlichkeit geht. Doch seine Familie scheint davon wenig begeistert und kurze Zeit darauf liegt er im Koma. Doch Ned, Will, Jemma, Jamie , Zack und Edward Dunnington sehen schnell das er nicht im Koma liegt sondern in einem Spiel fest gehalten wird. Doch diesmal ist alles schwerer da das Spiel aus einer anderen Firma stammt und es mit den Richtlinien für Online-Spiele nicht so genau nimmt. Eine Jagd durch ein Horror-Spiel beginnt, die so schnell keiner mehr vergisst.

Ich war gefesselt von dem Buch. Nicht nur von seiner excellenten Schreibweise, sondern auch vom Ideenreichtum der Autorin. Wieder fühlte es sich an als würde man direkt neben den Personen sitzen und alles live mitbekommen. Auch die Charaktere waren wieder überzeugend und passten wie angegossen in die Geschichte. Egal ob lieb gewonnen wie Jemma oder hasserfüllt wie die Familie des Medizin-Moguls. Gerade zu letzteren muss ich sagen das die Familie authentisch war, fast zu authentisch. Der Großvater der seine Firma nicht an seinen Sohn geben will, der Sohn und dessen Frau, die nur darauf hoffen das der Alte endlich das Zeitliche segnet und die Kinder, die ihre Eltern verabscheuen.

Das Spiel aus diesem Teil ist erschreckend und würde zumindest mich schnell einschüchtern. Trotz war es spannend darüber zu lesen. Das Kopfkino schaltete sich förmlich von alleine ein.

Wie man vielleicht gemerkt hat, gefiel mir der zweite Teil der CyberWorld-Reihe sehr. Auch wenn die Reihe an Jugendliche gerichtet ist, kann ich sie Erwachsenen ebenso empfehlen. Traut euch in diese fantastische Welt.




 
 


[Rezension] Eva-Maria Silber - Niemandsmädchen







" Niemandsmädchen "

Autor:  Eva-Maria Silber
Preis: 3,99 €
Einband: E-Book
Seitenanzahl: 200 Seiten
Veröffentlichung: 14.06.2016
Verlag: Ullstein Midnight



Als Schwester Melanie das Krankenzimmer betritt und der jungen Mutter ihr Neugeborenes überreicht, blickt diese sie nur aus leeren Augen entsetzt an. Kurz darauf sind Mutter und Kind wie vom Erdboden verschluckt. Kriminalkommissarin Hannah Adams macht sich auf die Suche nach den beiden. Unterstützt wird sie dabei von der engagierten Staatsanwältin Leyla Zapatka. Fast zeitgleich kollabieren im ostfriesischen Etzel drei Erdgaskavernen. Während die Bevölkerung im Umkreis der Katastrophe evakuiert wird, versuchen die beiden Frauen, das Baby zu retten – vor seiner eigenen Mutter.

Quelle: Ullstein Midnight



Neonatizid, den Begriff werden die meisten noch nie gehört haben und doch erscheinen in den Medien immer wieder Berichte zu diesem Thema. Es handelt sich dabei nämlich um die Neugeborenentötung. Ein unverständliches und grausames Thema, das viele den Kopf schütteln lässt. In "Niemandsmädchen" könnt ihr die Geschichte einer Frau erlesen, die zum einen ihre Schwangerschaft verdrängte und nach der Geburt, das kleine zarte Wesen nur noch los werden möchte. Hier schaltet sich Kommissarin Hannah Adams ein, die den Mord an dem kleinen Mädchen verhindern möchte und das während in der Nähe eine unmittelbare Katastrophe geschieht.

Zuerst muss ich sagen, das mich das Thema doch sehr schockierte. Man erfährt zwar nur Bruchstück-weise davon, aber dies reichte mir schon. Mehr Informationen bietet dazu das Internet, wo man teils grausame Zahlen ertragen muss.

Kommen wir aber nun zur Geschichte und zu der wohl eingebildetsten, arrogantesten und miesepetrigsten Kommissarin über die ich je etwas gelesen habe. Hannah Adams war mir aber der ersten Seite unsympatisch und nervte mich spätestens ein paar Seiten danach. Die Kommissarin wurde zwangsversetzt nachdem sie einem Kollegen nachstellte, was sie sich selbst immer wieder schön redet. Mit so einer Kommissarin eine Buchreihe zu beginnen, finde ich schon sehr undurchdacht.

Die Zweite im Bunde ist die Staatsanwältin Leyla Zapatka, deren Person mir mehr zu sagte aber trotzdem für einen faden Beigeschmack sorgte. Die Dame leidet an Morbus Meniére was zu Schwindelanfällen und Hörverlust führen kann. Gerade als Staatsanwältin hätte ich eine starke Frau erwartet die mit ihren Krankheit umgehen kann und auch bereit ist ihr Umfeld über diese Erkrankung zu informieren. Doch nix geschieht. Leyla zieht es vor sich teilweise zu blamieren als von vornherein klar zu stellen was mit ihr los ist.

Und genau diese beiden Damen sollen ein kleines Mädchen finden, was vielleicht kurz vor einer Tötung steht. 

Zum Teil können wir aber auch die Geschichte aus der Sicht der Mutter erleben, die ihr Kleines, was sie nur Äffchen nennt, einfach nur ekelhaft findet. Mitleid für das kleine Mädchen empfindet man schnell, allerdings bekommt man einfach kein Gefühl für Christine. Erst im Epilog erfährt man näheres.

Die Tragödie um ein kleines Mädchen das vielleicht getötet werden soll, reicht eigentlich für einen Krimi bereits, doch im Buch gibt es noch eine weitere Katastrophe. Diese ist so nebensächlich, das man sich kaum für sie interessiert und man ehr genervt ist weil sie volle Straßen verursacht.

Abgesehen von den Rechtschreibfehlern und einigen Grammatikfehlern, war das Buch ok, aber nicht umwerfend. Die Autorin schaffte es einfach nicht Spannung im Buch zu erzeugen und machte sich mit den beiden desaströsen Hauptcharakteren lächerlich. 

Mit 200 Seiten war das Buch einfach zu kurz für die gewagten Themen. Hier hätte man mehr Feingefühl einbringen müssen. 

Die Idee war nicht schlecht, hätte aber eine bessere Umsetzung benötigt. Ich werde die Reihe wohl nicht weiter verfolgen, da mich Kommissarin Adams nicht ansprach.




 
 


18 April 2017

[Rezension] Nadine Erdmann - Cyberworld 1.0: Mind Ripper







" Cyberworld 1.0: Mind Ripper "

Autor:  Nadine Erdmann
Preis: 4,99 €
Einband: E-Book
Seitenanzahl: 334 Seiten
Veröffentlichung: 15.05.2016
Verlag: Greenlight Press





London 2038: Das Cybernetz ist der größte Freizeitspaß, besonders unter Jugendlichen. Egal, ob man als Avatar in sozialen Netzwerken neue Leute treffen oder in interaktiven Rollenspielen virtuelle Abenteuer erleben möchte, die schöne neue Technikwelt bietet Unterhaltung für jeden Geschmack. Auch Jemma, Jamie und Zack verbringen dort jede Menge Zeit mit ihren Freunden.
Doch plötzlich fallen drei Jungen während ihres Aufenthalts in der virtuellen Welt ins Koma. Ihre Körper sind unversehrt, doch ihr Bewusstsein ist in der CyberWorld verschwunden. Wer oder was steckt dahinter?
Jemma, Jamie und Zack suchen nach Antworten – und kommen dabei dem Mind Ripper gefährlich nahe…

Quelle: Greenlight Press


Mind Ripper ist der erste Teil der mehrteiligen Cyberworld-Reihe und konnte mich voll und ganz überzeugen. Dies liegt nicht nur am fabelhaften Schreibstil der Autorin sondern auch an der sehr detailgetreuen und realistisch wirkenden Welt. Bereits nach den ersten Seiten war ich wie gebannt und konnte mein Tablet nur schwerlich weg legen. 

Wir erleben die Welt aus verschiedenen Sichtweisen. Je nach Handlung wechseln wir zwischen Jemma oder ihrem Zwillingsbruder Jamie, aber auch aus Zack´s Sicht sehen wir einige Momente. Die Welt in der CyberWorld erleben wir dann meist als wären wir selbst ein stummer Mitspieler der einfach nur beobachtet. Doch gerade diese Passagen strotzten nur vor Spannung und Abenteuer da sie außerordentlich authentisch wieder gegeben wurden. Egal ob ein Marsch durch ein Moor oder die Schlacht mit einem Drachen, man konnte sich ein klares Bild im Kopf zusammen reimen.

Jemma war für mich als Charakter einfach die Nummer 1. Ihre Art und Weise berührte mich. Die Sorge um ihren Bruder machte sie gleichzeitig stark und schwach. Auch für ihren Umgang mit Gefühlen holte sie sich meinen Respekt, da sie jene meist einfach weg zeichnete. 

Die Handlung um Will und Ned ist interessant und auch traurig. Ned ist von Leukämie gezeichnet und trotzdem sehr stark. Allerdings wurde ich noch nicht richtig warm mit den beiden.

Was mich besonders begeisterte waren die verschiedenen gesellschaftskritischen Themen, die die Autorin fast schon banal mit in die Geschichte einarbeitete. Egal ob Homosexualität, Körperbehinderungen oder unterschiedliche Hautfarben, jeder Mensch wurde als der genommen der er war. Keine rassistischen Sprüche, keine Anfeindungen gegen Schwule oder die Ausgrenzung gehbehinderter Personen, was für eine tolle Welt. Fast schon zu gut?

Wie bereits geschrieben sagte mir der Schreibstil sehr zu. Frau Erdmann hat ein Gespür für Realismus und ist sehr Detail verliebt. Während des Lesens lief durchweg mein Kopfkino, da die Beschreibungen sehr leicht vorstellbar waren. Das machte die Geschichte zu einem Abenteuer der anderen Art.

Was mich dann doch etwas störte war das die Welt an sich fast zu heil wirkte. Jugendliche haben Jugend-Diskotheken und trinken nur Tee oder Saft. Das ist zwar schön aber dann doch etwas zu ungewöhnlich für Teenager. Der einzige Skandal ist ein vermutlich schwangeres Pop-Sternchen.

CyberWorld 1.0: Mind Ripper schaffte es mich als Leserin für sich zu gewinnen und als leidenschaftliche Zockerin. Auf beiden Gebieten wurde ich nicht enttäuscht.

Ich hoffe euch bald die anderen Teile der Serie vorstellen zu dürfen. Bis dahin traut euch auch als Nicht-Gamer an das Buch, ihr werdet es nicht bereuen.





 
 


[Rezension] Wilfried von Manstein - Green Net









" Green Net "

Autor: Wilfried von Manstein
Preis: 22,80 €
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 412 Seiten
Veröffentlichung: 10.12.2016
Verlag: Edition IMMO





Der 12jährige Mario ist ein »Baumflüsterer«. Er wohnt in einer Stadt, die einen berühmten Zoo beherbergt, in dem Nasenaffen auf einer Würgefeige leben. Mario zeigt autistisches Verhalten und spricht am liebsten nur mit Bäumen, deren Sprache er versteht. Seine Mutter macht sich deswegen Sorgen und sucht einen Psychiater auf. Als Mario sie in der Villa des Psychiaters abholen will, findet er die beiden Erwachsenen in einem rätselhaften Koma liegend. Die Aufzeichnung einer Überwachungskamera zeigt, auf welche Weise das geschah: Ein entdeckter Einbrecher benutzte eine Waffe, die Menschen so sehr verlangsamt, dass sie zu Pflanzen werden (und umgekehrt Pflanzen so sehr verschnellert, dass sie wie Menschen agieren). Die Ärzte sind ratlos, nur Marios Baumfreunde, ein Kastanienbaum und sein Efeu, ahnen, wie die Erwachsenen wieder ins Leben gerufen werden könnten. Unterstützt von der 14jährigen Tochter des Psychiaters, gerät Mario immer tiefer zwischen die Fronten eines Krieges unter verfeindeten Lagern der Pflanzenwelt. Ein »böser« Baum (die gewaltige Würgefeige im Zoo) möchte die Menschheit ausrotten sein Gegenspieler, der weise Herrscher der Pflanzenwelt, sucht hingegen die Verständigung mit den Menschen. Beide Seiten wollen Mario für ihre Zwecke benutzen. Die Macht des bösen Baumes wächst mit jedem Tag, besonders, als dieser beginnt, das gestohlene Gerät zu vervielfältigen.

Quelle:Amazon


Die Natur schenkt uns Luft, Nahrung und Gesundheit. Doch was tun wir? Wir holzen sie ab, laben uns an ihren Früchten und das alles damit wir überleben können. Doch was wäre wenn die Natur genug hätte? Wenn sie es satt hätte ihrer Früchte beraubt zu werden oder zerstört zu werden? Genau dieses Szenario dürfen wir in Green Net miterleben und das auf eine fantasyvolle Art und Weise die zum Nachdenken anregt.

Über die Geschichte selbst muss ich nicht viel sagen, da diese in der Kurzbeschreibung mehr als deutlich beschrieben wird. Leider verrät diese schon viel zu viel vom Buch.

Kommen wir gleich zu den Charakteren welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen Mario, welcher mit Pflanzen sprechen kann und dadurch erfährt das jene keine Lust mehr haben sich von der Menschheit unterdrücken zu lassen. Dann gibt es Rado, welche 14 ist und sich für die Umwelt einsetzt. Sie ist sehr eigensinnig aber auch blitzgescheit. Wer mir garnicht in die Geschichte passen wollte war der Forscher Lam-Pi-Jong, welcher angeblich aus der Zukunft kommt  und Experte für Zeitmaschinen ist. 

Natürlich gehören auch die Pflanzen zu den Charakteren,doch hier alle Arten auf zu zählen würde den Rahmen sprengen. Man muss jedoch sagen, das ihre Vorbehalte gegen die Menschen nachvollziehbar sind. Denn welcher Apfelbaum sieht schon gerne das seine Früchte als unverkaufte Ware im Müll landen. 

Allgemein regt das Buch sehr zum Nachdenken an. Nicht nur das der Autor auf ein wichtiges Thema hinweist, nein, er zeigt auf spannende Weise wie eine umgedrehte Welt aussehen könnte. Man stelle sich nur vor wie eine Blume die verlangsamten und zu Pflanzen gewordenen Menschen auf ihrer Fensterbank gießt. 

Welcher Faktor mir allerdings überhaupt nicht zusagte war der, der Zeitmaschinen und der Möglichkeit der Zeitreisen. Die Thematik passte für mich einfach nicht in das Gesamtkonzept und verwirrte mich teils sehr.

Der Schreibstil an sich sagte mir sehr zu. Man war wie gefesselt von dieser Welt und wollte unbedingt wissen wie es weiter geht. Dabei verlor das Buch nie an Spannung und war an einigen Stellen sogar sehr humoristisch. Besonders die Beschreibung der Menschen die verlangsamt und zu Pflanzen wurden, faszinierte mich zusehens. Hier musste ich immer wieder meine Zimmerpflanzen ansehen.

Wie es mit uns und der Natur weiter geht werden wir wohl in den nächsten Jahrzehnten mitbekommen. Bis dahin kann ich das Buch nur empfehlen. Lasst euch überraschen wie Pflanzen miteinander kommunizieren und wie ihr Plan aussieht uns zu vernichten. Auch wenn das Buch nur fiktiv ist, so werdet ihr danach Pflanzen anders betrachten.