[Rezension] Kerstin Lange - Speyerer Geheimnisse








"Speyerer Geheimnisse"

Autoren: Kerstin Lange
Preis: 10,90 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 252 Seiten
Veröffentlichung: 22.09.2016
Verlag: Emons Verlag



Die geschichtsträchtige Reithalle im Speyerer Quartier Normand soll abgerissen werden, doch einige Bürger wehren sich entschlossen dagegen. Als einer von ihnen Opfer eines Unfalls mit Fahrerflucht wird, übernimmt Kriminaloberrat a. D. Ferdinand Weber die Ermittlungen – und entdeckt einen Zusammenhang mit einem Suizid vor neunundzwanzig Jahren. Je tiefer Weber gräbt, desto näher kommt er selbst dem Tod ...

Vorab möchte ich mich bei Kerstin lange und beim Emons Verlag für das Leseexemplar bedanken.

Geheimnisse, die Vergangenheit und ein aktueller Todesfall, ein guter Mix für eine spannende Geschichte. Es sei jedoch geraten, vorab den ersten Teil gelesen zu haben, da viele Andeutungen zu jenen gemacht werden.

Wir erleben die Geschichte aus der Sicht mehrerer Personen, genau genommen aus der von Ferdinand Weber, welcher mittlerweile in Rente ist, seiner Freundin Jeannette, der Familie Schindler , Christian Hamacher und aus der von Mechthild Krause, welche ehemals eine Kneipe hatte.
Das Spiel aller lässt sich leicht verfolgen und auch die Wechsel sind sehr gut gelungen. 

Die Hauptgeschichte dreht sich um eigentlich viele Sachen die im Laufe der Geschichte immer mehr Verbindungen zu einander bekommen. Denn gerade eine alte, geschlossene Kneipe und eine Reithalle, die abgerissen werden soll sind die Hauptthemen um die sich die Geschichte dreht. 

Wer den Vorgänger kennt, kennt auch in etwa das Aussehen der Hauptcharaktere. Allerdings hätte ich mir doch gewünscht, das man die spezifischen Merkmale der Personen öfter benennt. Denn gerade wenn das lesen des letzten Buches etwas her ist, ist dies doch sehr hilfreich um wieder hinein zu kommen. 

Es gab nur wenige Charaktere die mich nicht überzeugen konnten, dazu gehört zum einen Jean-Luc der 30 Jahre vorher in Speyer, als Soldat, stationiert war. Ich empfand einfach kein Mitleid für ihn, was mir hoffentlich niemand böse nimmt. Interessanter war dann doch das Leben von Mechthild Krause , die mit ihrer Offenheit und Wärme punkten konnte. Die Geschichte von Maria, die bei Frau Krause arbeitete und deren Selbstmord bis in die Gegenwart Fragen offen lässt verlieh der Geschichte tatsächlich etwas geheimnisvolles.


Ich fand es zudem sehr interessant wie es auf einem Revier abläuft und wie die Polizisten ihre Arbeit betrachten. Dies wird zwar nicht sonderlich positiv dargestellt, allerdings kann ich mir dies bei dem Druck der auf jedem Polizisten liegt, gut vorstellen. Beeindruckend war auch die Sicht von Lokführern die einen Selbstmord erlebt haben. Denn wenn wir dieses Thema hören, denken wir zuerst an den Selbstmörder, jedoch nicht an den Fahrer des Zuges. Schuldgefühle, Ängste und Depressionen , lassen jene meist monatelang oder sogar für immer arbeitsunfähig bleiben. Gerade ein Satz schockte mich sehr.

Auf jeden Zugführer kommen 3 Selbstmorde. 

Einen auszuhalten ist schon ein Kraftakt, aber 3 mal zu erleben wie sich ein Mensch unter die Räder seines Zug wirft, ist nicht mehr vereinbar mit der Seele. Mich ließ es nachdenken.

Allgemein gefiel mir das Buch sehr gut. Das Ende überraschte mich sehr, da ich den wahren Täter nicht kommen sah. Gerade dies schätze ich sehr an Kriminalromanen. Das Thema Freundschaft spielt gerade in diesem Teil eine große Rolle, da wir erleben können wie schwer es sein kann zwischen 2 Seiten die Richtige zu wählen. 

Ich werde mir zu gegebener Zeit auch die restlichen Romane der Autorin zulegen, da mir der Schreibstil und die Schreibweise sehr gut gefiel. Die Kapitel hatten eine gute Länge und waren spannend umschrieben. Es wäre nur schöner wenn die Charaktere mehr durch ihre Merkmale erkennbar wären.

Ansonsten sehr zu empfehlen.



 
 

[Rezension] Christine Eichel - Der Rache süsser Atem








"Der Rache süsser Atem"

Autoren: Christine Eichel
Preis: 16,99 €
Einband: Hardcover
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 320 Seiten
Veröffentlichung: 19.09.2016
Verlag: Rütten & Loening



Immer wieder hat Maria auf die große Liebe gehofft, auf den Mann fürs Leben und das lang ersehnte Kind. Stattdessen erlebte sie Rücksichtslosigkeit, Lüge, Betrug. Als auch Tom sie hintergeht, ihre letzte Hoffnung auf glückliche Zweisamkeit, bricht Maria aus der Opferrolle aus. Schluss mit der Demut! Erbittert rechnet sie ab und nimmt blutige Rache. Ganz oben auf ihrer Liste steht Johannes, der ihre intimsten Geheimnisse preisgegeben hat. Ihm folgen sechs weitere Kandidaten, denen sie Verletzung und Verrat heimzahlen will. Doch dann heftet sich Hauptkommissar Tesoro an ihre Fersen, und ein gefährliches Spiel beginnt. 


Ein hochspannender Roman über eine Frau, die die Männer das Fürchten lehrt.

Quelle: Rütten & Loening




Vorab möchte ich mich bei Christine Eichel und Rütten & Loening für das Leseexemplar bedanken.

Welche Frau hat es noch nicht erlebt, man wird für eine andere verlassen, ausgenommen oder gar gedemütigt. Ich rede von Männern, die uns Frauen als austauschbare Objekte betrachten, die nur dazu sind um die Beine breit zu machen. Leider sind diese Art der Männer manchmal aber auch zu anziehend und der Gedanke er würde sich für einen ändern, bohrt sich in die Gedanken vieler Frauen. Was danach bleibt ist meist Herzschmerz , Demütigung und im schlimmsten Fall die Einweisung in eine Klinik. Doch es gibt sie, die Frauen die Rache üben und genau zu so jemand wird Maria.

Maria war mir von vorn herein sympatisch, denn irgendwie konnte ich mich in ihr sehen. Die Leiden die sie ansprach, die Gedanken und Wünsche, alles überschnitt förmlich mit meinen. Denn auch ich wurde bereits mehrfach hintergangen und hatte schwer mit diesen Schicksalen zu kämpfen.
Vom Aussehen her scheint sie eine sehr attraktive Person zu sein. So richtig beschrieben wurde sie zwar nicht, aber in diesem Fall störte es mich gar nicht. 
 Ich wollte mir einfach selber ein Bild von dieser Frau machen, die einen Safe voller Waffen hinter ihrem Lagerregal hat. Waffen, die schließlich zum Tötungswerkzeug ihrer 7 Ex-Freunde werden. 
Das sie dabei einen immer stärkeren Charakter gewinnt und die Hülle der grauen Maus verliert, ist sehr spannend umschrieben. Auch wenn die Maria am Ende keine Skrupel mehr kannte, so war sie doch mehr Frau als jemals zuvor.

Die Person mit der wohl verwirrendsten Art ist Hauptkommissar Tesoro, welcher durch seine mal mehr, mal weniger wagen Andeutungen einen förmlich im Regen stehen lässt. Ein sehr interessanter Mann.

Auch wenn der Mord aus Hass keine Rechtfertigung ist, so empfand ich doch Verständnis für Maria, deren Leben bis dahin komplett aus der Bahn geworfen wurde. Jeden Mord hielt zumindest ich, irgendwie, für gerechtfertigt. Zumal man vor jeden Mord die Geschichte desjenigen erfährt. Obwohl jeder der 7 etwas anderes mit ihr anstellte, so waren am Ende doch alle 7 gleich. Denn keiner wollte wirklich eine Beziehung mit ihr. 

Das Buch fesselte mich sehr, ein aus der Hand legen war kaum möglich. Die Geschichte über eine Rache übende Frau klingt zwar abgedroschen und schon zu oft erzählt, aber trotzdem hatte dieses Buch etwas eigenes für sich. Mich faszinierte das es in Berlin spielt man aber nicht wusste in welchen Jahr, nur das es kurz vor dem Winter war. Ich verlor förmlich das Zeitgefühl und genau das machte hatte irgendwie seinen Reiz.

Warum ich dem Buch keine volle Punktzahl geben kann ist das Ende, was mir mal gar nicht gefiel. Zum einen war es zu schnell zu Ende und dann ließ es auch noch offene Fragen übrig. Gerade diese Geschichte hätte ein besseres Ende verdient. Sehr schade.

Ich kann das Buch wirklich empfehlen. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und fieberte gespannt mit Maria mit. Die leichte Lektüre garantierte einen tollen Einstieg. Unbedingt mal Lesen.




 
 


[Rezension] Tanja Meurer - Die Seelenlosen








"Die Seelenlosen"

Autoren: Tanja Meurer
Preis: 8,99 €
Einband: E-Book
Genre: Steampunk, Krimi
Seitenanzahl: 704 Seiten
Veröffentlichung: 21.03.2016
Verlag: Incubus Verlag



Valvermont war einst die Heimat des Kriegsveteranen Gwenael Chabod, der zum Commandanten übber die Garnisonen der Stadt berufen wird. Sein Geliebter Orin - ein ehrwürdiger Priester orcischer Abstammung - ist an seiner Seite, als sich vor Gwenaels Augen ein Mann in eine seelenlose Kreatur verwandelt. 
Kurz darauf wird eine junge Frau getötet. Einziger Augenzeuge ist der Dieb Jaleel. Sein Bericht deckt Grauenvolles auf - und bringt sein eigenes Leben in Gefahr. 
Gemeinsam mit neuen Freunden und Verbündeten jagt Gwenael den finsteren Geist, der von Valvermont Besitz ergriffen hat. Nicht ahnend, wie nah ihm die Dunkelheit bereits ist.
Ein Roman aus einer fantastischen Welt, die die ersten vorsichtigen Schritte in Richtung Moderne wagt. Umgeben von dampfbetriebenen Maschinen, mächtigen Magiern und einem undurchsichtigen Stadtoberhaupt muss Gwenael sich fragen, wem er trauen kann, wer seine Freunde sind, wer ihn liebt und welche düsteren Geheimnisse die Villa seiner Familie birgt.
Quelle: Incubus Verlag


Vorab möchte ich mich bei Tanja Meurer und dem Incubus Verlag für das Leseexemplar bedanken.

Die 700 Seiten sind geschafft und hinter mir liegt eine spannende Geschichte voller Magie und Spannung. Aber um es kurz zu sagen, in der Stadt Valvermont, in welcher die Geschichte spielt,  möchte ich nicht wohnen. Die Mordrate scheint sehr hoch zu sein und allgegenwärtiges Misstrauen steht an der Tagesordnung. Da gute Menschen, wie den ehemaligen Soldaten Gwenael Chabod, zu finden scheint Glück zu sein. 

Wie bereits oben zu erlesen, geht es im Buch um Gwenael welcher nach einer Schussverletzung nicht mehr im Krieg dienen kann und als Commandant der Stadt Velvermont eingesetzt wird. Ein leichtes Unterfangen wie er dachte. Allerdings überschlagen sich innerhalb kürzester Zeit die Ereignisse, welche dazu führen das er Vertrauen in fremde Personen aufbauen muss und gleichzeitig zu spüren bekommt was es heißt verraten zu werden. Das ihn dann auch noch seine Familiengeschichte einholt, welche voller Geheimnisse besteht macht die Sache noch einen Hauch schwerer.

Das erste mit was ich zu kämpfen hatte, waren die Namen. Jene waren teilweise so ausgefallen das es Übung bedurfte um sie auszusprechen. Hier hätte es sich gelohnt, zu Anfang eine Namensliste einzufügen. Zudem kommen gerade am Anfang so viele Charaktere zusammen das es schwierig war, der Geschichte zu folgen. Dies renkte sich zum Glück nach kürzerer Zeit ein. Was mir dann auffiel war der Zeitraum in dem die Geschichte spielt. Denn ich hatte das Gefühl dass das Ganze innerhalb von ein paar Tagen stattfand und nicht innerhalb von Wochen, wie es die Seitenzahl vermuten lässt. Hier bestand auch mein Problem. Teilweise fand ich die Beschreibungen und der Detailreichtum mehr als nur faszinierend, teilweise kam es mir aber auch so vor als würde die Geschichte endlos in die Länge gezogen werden. 

Gwenael selbst war mir die ganze Zeit über, sehr sympatisch. In der heutigen Zeit wäre er wohl der beste Freund aller. Und doch überraschten mich die ersten Seiten sehr, da ein Thema angesprochen wurde das gerade momentan sehr aktuell ist. Die Rede ist von Homosexualität. Richtig, Gwenael liebt Männer. Und nicht nur Männer, denn der Commandant hat anscheinend ein Faible für Fantasywesen wie z.B. einen Albino-Orc. Dies mit der Geschichte zu vereinen fiel teilweise sehr schwer, da die Zeit in welcher die Geschichte spielt, doch ehr zu jener gehört, in welcher diese Art der Liebe nicht gerne gesehen wurde. Trotzdem bleibt Gwenael eine angenehme Person, die mit seinen vielen guten Eigenschaften, zumindest bei mir Sympatie weckte. Das Aussehen wird im Buch mehrfach angedeutet, aber eine richtige Zusammenfassung, hätte mir besser gefallen. 

Die Nebenfiguren spiegeln sich in dieser Fantasy-Welt wieder. Von Orc´s, Trollen, Zwergen, Feuerwesen, Elfen usw. ist für jeden etwas dabei. Die Darstellung jener fand ich sehr interessant. Denn die meisten gehen Berufen nach, welche ich Ihnen nicht zugetraut hätte oder haben Begabungen der anderen Art. 

Was mir bei der Bewerbung um das Buch gleich auffiel, war das Cover. Denn es spiegelte das Genre Steampunk, sehr gut wieder. 

Was mich dann doch sehr ärgerte war das Ende. Ich freute mich auf einen spektakulären Kampf gegen Magie und Hexerei und bekam nix. Denn mitten als es spannend wurde, brach das Buch ab und endete. Das dies der 1.Teil der Serie sein soll ist ja schön und gut, aber dem Ende nicht mal ein Ende zu geben fand ich mehr als störend. Man wird sich was bei gedacht haben, aber was das genau war? Ich habe keine Ahnung.

Zusammengefasst ist das Buch wirklich spannend und verbindet die Genre Steampunk, Fantasy und Krimi sehr gut miteinander. Etwas kürzer hätte Geschichte dann aber auch ausfallen können und das nicht stattfindende Ende frustriert schon leicht. Trotzdem sehr spannend und lesenswert.


 
 


Meine Welt - Teil 1




Ich wollte schon lange einmal beschreiben wie es mir aussieht. Was an meinem Leben so interessant ist? Eigentlich nix. Ich kämpfe jetzt seit ein paar Jahren so zu sagen gegen mich selbst. Ich leide an Depressionen ( auch wenn leiden das falsche Wort ist) und muss mich dabei mit Phobien und Ängsten auseinander setzen. 

Glaubt mir es ist nicht leicht das alles zu schreiben, aber es los zu werden, bedeutet für mich eine Art Entlastung.

Die ersten Anzeichen stellten sich bei mir mit 13/14 ein. Ich sah mehr nach einem Jungen aus als nach einem Mädchen und mein Freundeskreis war eigentlich nur oberflächlich. Geheimnisse oder Vertrauen blieben meist auf der Strecke. Für viele gilt ein " Natürlich erzähle ich es niemanden", gerade zu als Aufforderung es anderen zu erzählen. Also behielt ich meine Geheimnisse und Gedanken für mich. 

Genau in diesem Abschnitt begann ich mit mir selbst zu reden. Ich plapperte nicht einfach drauf los oder begann mich über andere aufzuregen sondern entwickelte eine Art Gesprächsrunde. Auch heute ist es noch so, das wenn ich jemanden etwas nicht anvertrauen möchte, ich es in einer Art Talkshow mit mir selbst bespreche. Stellt euch einfach vor, ich würde mich selbst interviewen, und die Gäste sind die verschiedenen Ich´s von mir. Bin ich deswegen schon verrückt? Für mich fühlt es sich sehr normal an.

Das Thema Selbstverletzung verbinden viele gleich mit Emo´s oder man denkt das die Leute Aufmerksamkeit wollen. Ich würde es gerne einmal aus meiner Sicht erklären. Erstmal ja, ich verletzte mich selbst. Je nach Tiefe meines Zustands kann es vom ritzen, selbst verprügeln oder verbrühen alles vorkommen. Ihr fragt euch warum? Auch mich beschäftigte es lange. Ich füge mir Schaden zu um zu realisieren das ich noch da bin. Es ist eine Art Versuch mit seinen verwirrenden Gefühlen wieder klar zu kommen. Und es ist Bestrafung. 

Bestrafung? Für was? Ich gebe euch ein Beispiel. Stellt euch vor ihr vermasselt etwas im Job oder habt Streit mit Freunden usw. Was ist euer erster Gedanke? Das bekomme ich schon wieder hin. Fehler passieren allen mal. und so weiter. Ihr wisst garnicht wie sehr ich mir wünschen würde auch so zu denken. Denn mein erster Gedanke bei einem Fehler ist: Selbstmord. 

Ja, ich bin Selbstmord gefährdet. Ich habe oft das Gefühl nicht in diese Welt, in diese Zeit zu passen. Ich fühle mich so anders und das schlägt schnell in Hass und Ekel um. Warum ich es nicht tue? Weil ich meinen Freund liebe und er mir klar gemacht hat was passieren würde wenn ich es täte. Dieses Schicksal auf meinen Schultern hält mich im Leben. 

Kehrt ihr noch das Gefühl abends im Bett und man hatte das Gefühl das ein Monster im Schrank ist? Mit der Zeit weiß man das da nix ist, nur was passiert wenn dieses Gefühl bleibt? Denn ja ich habe Nachtangst. Komplette Dunkelheit löst in mir Panik aus. Ich traue ihr einfach nicht. Ich habe immer mein kleines Licht an meiner Seite, auf das ich mich konzentrieren kann. Ich habe diese Angst seit ich klein bin und probiere stetig sie zu verjagen.

Ich hoffe dieser kleiner Einblick gibt euch ein besseres Bild über mich und wie das Leben einer psychisch kranken Frau aussieht. Ich habe mir das alles nicht ausgedacht. Ich habe Jahre gebraucht um auch nur einen Teil davon zu verstehen. Zu wissen was man hat macht es übrigens nicht einfacher dagegen zu kämpfen. Denn gerade weil man es weiß scheint es immer normaler zu werden.

[Rezension] Heike Karen Gürtler - Mut ist der Anfang vom Glück








"Mut ist der Anfang vom Glück"

Autoren: Heike Karen Gürtler
Preis: 12,95 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Jugendbuch
Seitenanzahl: 240 Seiten
Veröffentlichung: 19.08.2016
Verlag: Thienemann Verlag




Man kann von Mut träumen, den der anderen bewundern, sich vorstellen, wie es wäre wenn. Aber Mut ist etwas, das nur wächst, wenn man anfängt, etwas zu wagen. Man muss ihn ausprobieren und trainieren, erst kleine Schritte machen und jedes Mal ein bisschen weitergehen. Der Text der neuen Mitschülerin Ella trifft Kim mitten ins Herz! Sie hat furchtbare Angst davor, zu sich selbst zu stehen, zu zeigen, wer sie wirklich ist. Selbst vor ihren besten Freundinnen hütet sie ihr Geheimnis. Aber was wäre eigentlich dabei, wenn alle wüssten, dass sie auf Mädchen steht? Kim fast einen Entschluss, der nicht nur ihr Leben verändern wird.



Die Pubertät ist ja schon schwierig genug. Die Hormone spielen verrückt, die Eltern nerven immer mehr und die Jungs die man hasste, sind plötzlich Lustobjekte. Nur was ist wenn man merkt das man gar nicht Jungs attraktiv findet sondern Mädchen? Genau um dieses Thema geht es im oben genannten Buch. Immer mehr Teenager entwickeln Gefühle für das gleiche Geschlecht und müssen damit erst einmal klar kommen. Denn der wohl häufigste Gedanke ist, wie man dies den Freunden und den Eltern beibringt. Die Lösung ist der Titel des Buches, denn gerade bei der Thematik zählt es Mut zu haben und sich den Schicksal zu stellen, nur um eines zu erreichen. Das glücklich sein mit dem einen Menschen.

Das Buch handelt von Kim die die 11. Klasse eines Gymnasiums besucht. Sie ist ein sehr schüchternes Ding, das sich über alles und jeden den Kopf zerbricht. Zum Glück hat sie ihre beiden Freundinnen Sophie und Lea, die sie bereits seit dem Kindergarten kennt. Eines Tages kommt eine neue Schülerin in die Klasse, Ella, die einfach so anders ist als andere und das mit Grund. Denn in einer Pause eröffnet sie, das sie auf Mädchen steht. Eine Gedankenflut bricht über Kim hinweg, von der sie nicht weiß woher sie kommt. Schnell merkt sie das Ella etwas besonders für sie ist. Wir dürfen erlesen wie und ob Kim und Ella zu einander finden, aber auch wie das Erwachsen werden Freundschaften verändert. 

Die Thematik finde ich toll gewählt da sie momentan doch aktueller ist als je zuvor. Allerdings hatte ich nach Ende des Lesens das Gefühl dass das ein oder andere Mal ein wenig der Realität auf die Sprünge geholfen wurde. Denn so glatt wie im Buch läuft wohl bei den wenigsten das Leben ab. etwas. 

Trotzdem war mir Kim durchweg sympatisch, da ich mich gut mit ihr identifizieren konnte. Auch ich denke viel nach und mache mir teils Stunden- oder Tagelang Gedanken über etwas. Auch ihre Unsicherheit war an den meisten Stellen nachvollziehbar. 

Sophie war mir einfach nur unsympatisch. Sie wirkte fast hochnäsig für mich und allgemein sehr auf sich bezogen. Das sie dann auch noch Jungs wechselt wie die Unterwäsche und sie Freude dabei fand jene dann auch noch sitzen zu lassen, machte sie nicht unbedingt freundlicher. Das Kim und Lea es mit ihr aushalten, passte für mich nicht ganz ins Konzept.

Auch Lea, die Sportskanone fand ich von ihrer Persönlichkeit her toll. Ihre dauerhaft gute Laune und ihre freundliche Art, ließen mich ein paar mal Lächeln. Das am Ende auch sie ein Geheimnis hatte überraschte mich sehr. Eine Freundin wie Lea hätte ich mir mit 16 auch gewünscht, dann wäre wohl vieles anders gekommen.

Wie ihr seht sind die 3 tatsächlich sehr unterschiedlich. So eine Konstellation gibt es wohl heute kaum noch. Denn meist bilden sich ja Grüppchen mit den Leuten die das selbe mögen. Auch die Freundschaft zu Marek, einem Jungen aus der Parallelklasse,  war mir teilweise zuviel. Denn gerade das behalten von Geheimnissen fällt immer mehr Menschen schwer, zu hoch ist die Geltungssucht. 

Ich liebe es Bücher zu lesen die einen flüssigen Verlauf haben und deren Sätze schön in einander über gehen. So war es auch in diesem Fall. Ich las und ohne es wirklich zu merken waren 50 Seiten weg. Ich kam niemals wirklich ins holpern, was an der sehr einfachen aber sehr weichen Schreibweise lag. 

Das Ende kam für mich leider viel zu schnell und viel zu hastig. Es bleiben viel zu viele Fragen offen, dessen Antwort ich sehr interessant gefunden hätte. Auch wäre es schön gewesen vielleicht eine Zukunftssicht zuzeigen, in der man erfährt wie das Leben von Ella,Kim,Lea,Marek und Sophie weitergegangen ist nachdem sie mit der Schule fertig waren.

Ansonsten hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen und empfehle das Buch gerne weiter.



 
 


[Rezension] Allan Greyfox - Mit dem Fahrstuhl kam der Tod








"Mit dem Fahrstuhl kam der Tod"

Autoren: Allan Greyfox
Preis: 2,99 €
Einband: E-Book
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 260 Seiten
Veröffentlichung: 26.08.2016
Verlag: Allen Greyfox



Ein defekter Fahrstuhl wird einem jungen Mädchen zum Verhängnis. Die Polizei hat bald einen Schuldigen gefunden, es ist jedoch der falsche. Das Ermittlerteam um Mike Callaghan und seine Freundin wird hinzugezogen, um die wahren Verbrecher zu entlarven. Der Fall spitzt sich zu, seine hübsche Freundin wird angeschossen und Mike muss um ihr Leben bangen.



Vorab möchte ich mich bei Allan Greyfox für das Leseexemplar bedanken.

Bevor man diesen Band beginnt ist es ratsam die vorherigen Teile wenigstens einmal anzulesen. Unbedingt notwendig ist es allerdings nicht, da dieser Fall auch gut einzeln zu lesen ist.


Es ist kurz nach dem 2. Weltkrieg in Manhattan, die Detektei von Mike Callghan läuft sehr gut und auch privat könnte es nicht besser sein. Er ist seit kurzen verlobt und das auch noch mit einer bildhübschen Frau, die nebenbei auch noch stinkreich ist. 

Ihr neuster Fall bringt sie in die Redaktion einer Frauenzeitschrift. Eines der Mannequin wurde in ihrer Wohnung erstochen. Ein Täter ist zwar schnell gefunden, aber keiner glaubt das er es war. Wer aber war es dann und was hat der Fahrstuhl damit zutun? Gute Fragen dessen Antwort ihr im Buch findet. :-)

Ich selbst fand die Geschichte eigentlich sehr clever gewählt. Sie hat sehr viel Potenzial welches aber doch im Verborgenen bleibt. Denn gerade der Schreibstil und die Eile von Herrn Greyfox macht diese zunichte.
Ein geschmeidiges Lesen ist kaum möglich, da die Sätze sehr abgehackt sind und nicht in einander übergehen. Das wilde Schreiben und das schnelle springen zu teils Wochen entfernten Daten wirkt sehr ungekonnt. Ich möchte niemanden beleidigen, aber es wäre ratsam sich hier Hilfe zu holen und einen Lektor alles überschauen zu lassen. 

Die Hauptpersonen waren mein nächstes Problem. Ich kenne mich geschichtlich nicht mit den 40er Jahren aus in denen das Buch spielt, aber kann mir nicht vorstellen das man den ganzen Tag nur gestrahlt hat und sich Komplimente gab. Denn genau das taten so gut wie alle Charaktere. Egal ob Sekretärin oder Taxifahrer alle wirkten als würden sie auf einer Wolke der Glückseeligkeit leben. Und dann wären natürlich noch Mike und Candy, die Betreiber der Detektei, welche wohl nicht nur eine rosarote Brille trugen sondern gleich ein ganz Dutzend. Die Liebeleien und Liebkosungen gingen mir schon nach kurzer Zeit erheblich gegen den Strich. Sie waren übertrieben und gaben einen ehr das Gefühl über 2 Teenager zu lesen.

Es fällt mir grundsätzlich sehr schwer eine etwas schlechtere Kritik zu schreiben, da ich immer an die Autoren denken muss. Sie leben davon und stecken viel Kraft und Geld in ihre Bemühungen. Ich möchte allerdings immer ehrlich sein und habe trotzdem meist das Gefühl das Falsche zutun.

Ich hoffe für das nächste Buch wird ein anderes Material für die Seiten gewählt, da die glatte Oberfläche sehr unangenehm war und man immer gleich dachte dass das Papier reißt.

Wie bereits gesagt steckt viel Potenzial in der Geschichte. Mit genügend Feinschliff wäre daraus ein echter Juwel geworden.