[Rezension] Stephan Leenen - Missbrauchte Seelen









"Missbrauchte Seelen"

Autor: Stephan Leenen
Preis: 14,99 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 284 Seiten
Veröffentlichung: 30.04.2016
Verlag: Pax et Bonum
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»Unsere Vermutung war richtig. Unsere Tote ist schon das zweite Gewaltopfer aus ein und derselben Familie. Das junge Mädchen, das im letzten Herbst in Berlin ertränkt worden ist, war die Schwester der Toten aus der Spree.« Kaum ist Kriminalhauptkommissar Ralf Ziether nach einer Auszeit wieder im Dienst, bekommt er gemeinsam mit seiner Kollegin Britt Bredehorst einen neuen Fall übertragen. In einer Art Undercover-Einsatz sollen sie ungeklärte Fälle von Menschenhandel, insbesondere dem Handel mit minderjährigen Mädchen, aufklären. In fataler Weise erinnern sie die Umstände an ihren ersten gemeinsamen Fall, und doch ist alles ganz anders. Denn die Hintergründe reichen zurück in eine Zeit, die über einhundert Jahre lang vergangen ist. Und zu allem Überfluss scheint es auch noch einen Maulwurf in den eigenen Reihen zu geben … Auch im zweiten »Spreenebel«-Fall gelingt es dem Autor Stephan Leenen, Fiktion und Realität in spannender Weise zu vermischen. Missbrauchte Seelen lebt besonders von der Vielschichtigkeit der Erzählebenen. Neben hochaktuellen Bezügen zu Korruption im Spitzensport und organisierter Kriminalität unternimmt der Leser eine Reise in ein längst vergangenes Kapitel deutscher Geschichte, dessen Aufarbeitung immer noch nicht abgeschlossen ist.


Missbrauchte Seelen, der 2. Teil der Spreenebel-Krimireihe hat es wirklich in sich. Das schon düster gestaltete Cover lässt viel erahnen und verrät doch nicht zuviel. Denn wer denkt das es im neusten Buch von Stephan Leenen um geschändete Frauen geht, liegt nicht komplett falsch. Die Hauptthemen des Buches befassen sich allerdings mehr mit dem Handel von Kindern und deren Zwang zur Prostitution , Rassismus, Sklaverei und Korruption. Diese schwierigen Themen eignen sich natürlich sehr gut für einen Krimi, wurden aber sorgsam gewählt in das Buch eingesetzt. Nur die meist harten Sätze der Kinderschänder bzw. Dealer riefen in mir eine blinde Wut hervor. 
Kommen wir aber erst mal zu den erfreulichen Bereichen des Buches, denn trotz der harten Themen hat die Geschichte um Hauptkommissar Ralf Ziether und seine Kollegin Britt Bredehorst  natürlich mehr zu bieten. Zum einen wären die Charaktere selbst, welche sympatisch und einfach mal anders sind. Mal sind die Hauptcharaktere keine jungen Einsteiger oder gehören irgendeiner Spezialabteilung an, sie sind einfach normal. Obwohl normal auch nicht komplett passt da beide ihre eigenen Hintergrundgeschichten haben, welche im Buch auch erzählt werden. Man hat einfach 2 Menschen wie du und ich, die auch mal Schwäche zeigen. Die Geschichten um die beiden und den Fall den sie innerhalb eines Monats lösen müssen ist hervorragend beschrieben. Auch die Nebencharaktere, welche leider meist aus Kriminellen bestanden sind sehr glaubhaft umschrieben und gaben einem das Gefühl, sie lieber nicht kennen lernen zu wollen. Trotzdem blieb es nicht aus, das gerade das geschah. Ich fand zwar zwischendurch Stellen wo mal ein Buchstabe vergessen wurde, dies stoppte mich allerdings in keinster weise in meinem Lesefluss. Die Seiten flossen nur so weg und fesselten mich an diese unglaublich gut geschriebene Geschichte.
Ein Grund für meine Begeisterung ist wahrscheinlich die Tatsache das der Roman zum Teil in Berlin (Deutschland) spielt und ich sehr gut nach verfolgen konnte wo die Geschehnisse stattfanden. Ich selbst bin keine Berlinerin und war nur zum Sightseeing da, aber die Erinnerungen riefen doch wieder viele Bilder der Stadt hervor. 
Ein bitterer Beigeschmack hinterlässt bei mir eigentlich nur der Gedanke, ob dies wirklich alles so in Berlin abspielt. Der Gedanke an den Handel mit Kindern hinterließ zumindest bei mir einen nachbleibenden Eindruck und machte mich zu gleich wütend als auch traurig. 
Das offene Ende gefiel mir leider auch nicht, da man nicht erfuhr was mit Felice geschah. Wer sie ist werdet ihr ja noch früh genug erfahren. :-) 

Ein spannender Krimi von dem ich unbedingt den ersten Teil lesen muss.


 
 

[Rezension] D. B. Blettenberg - Bis zum späten Morgen









"Bis zum späten Morgen"

Autor: D. B. Blettenberg
Preis: 2,99 €
Einband:E-Book
Genre: Erzählungen
Seitenanzahl: 190 Seiten
Veröffentlichung: 30.06.2016
Verlag: Digital Publishing
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Es ist später Nachmittag in Managua – und die La Cita Bar ist noch fast leer. Antonio, der Barkeeper, steht am altvertrauten Platz und poliert Gläser. Man bestellt sich einen Flor de Cana und betrachtet die weiteren Gäste.

Den einsamen Amerikaner am Ende der Theke und die anderen, die sich nach und nach einfinden. Und man hört sich ihre Geschichten an: Es sind Geschichten von Gestrandeten, Ver- und Getriebenen, Weltenbummlern und Reisenden, von Cops und Killern, Abenteurern und zwielichtigen Existenzen. In der La Cita Bar halten die Gäste bis zum Morgen aus und hören Geschichten aus vier Kontinenten.


Als ich die Möglichkeit bekam dieses Buch zu lesen, konnte ich schlecht nein sagen. Die Kurzbeschreibung versprach einfach sehr viel und machte mich neugierig. Denn die Geschichten von Barbesuchern zu hören,welche sich als momentanen Zuhör-Kandidaten den Barkeeper Antonio aussuchten klang einfach unterhaltsam. Doch leider kam die Ernüchterung schon auf den ersten Seiten und zog sich dann schließlich durch das ganze Buch. Denn die Geschichten waren teils wirklich unterhaltsam, aber um die meisten zu verstehen war eine hohe Allgemeinbildung und ein gutes Wissen über die momentane Politik nötig. Und ich spreche nicht nur über die Politik in Deutschland sondern auch von jener in Afrika und Südamerika. Auf Grund meines Unwissens war es schlicht weg unmöglich den Geschichten zu folgen. und die im Buch benannten Völker und Staaten waren nur schwer auseinander zu halten. Trotz alle dem las ich das Buch komplett durch und war froh wenigstens 2 Geschichten komplett nach vollziehen zu können. Diese waren auch sehr gut geschrieben, verrieten einen jedoch nicht alles über den momentanen Protagonisten. Es wurde einem viel Platz für die eigene Fantasie gelassen.

Wer bei diesem Buch hofft leichte Lektüre zu bekommen irrt weit. Die Wahl der Geschichten ist meiner Meinung nach zu sehr an politische und gesellschaftliche Themen gebunden. Ich hatte die Hoffnung unterhaltsame Geschichten zu bekommen welche mir ein Lächeln auf das Gesicht zaubern bekam allerdings die Geschichten von Mördern und zwielichtigen Gestalten. Auf dies wird zwar in der Kurzbeschreibung hingewiesen, jedoch dachte ich das sich das vielleicht auf Pechvögel bezog welche einfach in eine brenzlige Lage geraten sind. 

Ein wiederholtes lesen werde ich wohl erst in Angriff nehmen wenn ich mehr von politischen Themen weiß.


 
 


[Rezension] Veronika A. Grager, Jennifer B. Wind - Wer mordet schon in Niederösterreich?









"Wer mordet schon in Niederösterreich?"

Autor: Veronika A. Grager, Jennifer B. Wind
Preis: 8,99 €
Einband: E-Book
Genre: Krimi, Reiseführer
Seitenanzahl: 280 Seiten
Veröffentlichung: 06.07.2016
Verlag: Gmeiner Verlag
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MORD IM INDUSTRIEVIERTEL!  Von Hainburg bis zum Schneeberg morden in elf Kurzkrimis »Die Triestingtaler Mordsfrauen«, zwei Autorinnen, denen die ausgeklügeltsten Mordfälle nie ausgehen. Das Industrieviertel wird nicht nur Schauplatz fieser und gewiefter Verbrechen, sondern bietet viele Sehenswürdigkeiten, die in diesem Band vorgestellt werden. Freuen Sie sich auf eine todernste Sightseeing-Tour durch eines der schönsten Viertel Niederösterreichs mit viel rabenschwarzem Humor und einem fulminanten satirischen Showdown im schönsten Casino Österreichs. 

Mit einem Vorwort von Gerhard Tötschinger und einer satirischen Einführung von Andreas Gruber.




Wie die meisten Krimifreunde, habe auch ich natürlich die meisten Bücher meiner Lieblingsautoren im Regal stehen und sehe dabei eigentlich nur relativ dicke Wälzer. Normal halt für einen Krimi der erst ordentlich Spannung aufbaut und einem dann mit einem Ende belohnt, bei dem die Haut nur so kribbelt und wir wieder einmal überrascht sind wer der Täter ist.
Genau dieses Feeling möchten denke ich auch die Autorinnen des oben genannten Werkes erreichen,dachte ich zumindest.
Kommen wir erstmal zu den Kurzgeschichten bzw. den Kurzkrimis. Diese konnten mich, außer einer, leider garnicht überzeugen. Ich hatte mehr das Gefühl ein Buch zu lesen in dem man erfährt wie man Menschen die man verachtet,hasst oder die einen nerven tötet. Alles klang nach Beschreibung und machte zwischendurch eine leichte Angst. Denn die Situationen, welche zu den Morden führen sind meist sehr irrelevant und aus dem Alltag gegriffen.
Die einzige Geschichte die mich am Ende fesseln konnte war die letzte, welche mich sogar sehr überraschte. Die Morde in jener Geschichte sind zwar auch nicht gerade spektakulär aber die Sichtweise aus welcher man sie lesen kann ist definitiv spannend. Nun zum weiteren Extra das dieses Buch beinhaltet, den sich die Orte vorstellen an denen in Krimis die Morde geschehen ist meist doch durch schwere Beschreibungen meist ein großer Akt und erfordert einen ganzen Haufen Fantasie. Da ist es doch hilfreicher wenn es Orte sind die man tatsächlich besuchen kann und welche im Buch auch noch beschrieben sind. Ihr habt richtig gehört, alle Orte im Buch sind reale Orte und können gerne besucht werden. Nach jeder Geschichte  werden die Lokalitäten kurz beschrieben und teils findet man sogar E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Öffnungszeiten mit welchen man sich vielleicht seinen nächsten Urlaub planen kann.
Für mich bleibt nur die Frage offen ob dies für die Restaurants, Hotels oder das Casino fördernd ist. Denn eine gute Bewertung ist meiner Meinung nach ein wichtiger Bestandteil um meinen Urlaub irgendwo zu verbringen. Und einen Ort, der wenn auch nur im Buch als Mordschauplatz genutzt wurde, zu besuchen ist mir dann doch etwas too much.
Trotzdem fand ich den Mix sehr gelungen und würde ihn gerne in anderen Genren wiederfinden. Denn eine humorvolle Liebesgeschichte mit Reiseführer klingt dann doch etwas vielversprechender.



  


[Rezension] Bettina Messner - Senta gibt Gas









"Senta gibt Gas"

Autor: Bettina Messner
Preis: 18,19 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Erzählungen
Seitenanzahl: 250 Seiten
Veröffentlichung: 24.03.2016
Verlag: Edition Keiper
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Zwei Jahre nach ihrem vielbeachteten Erstling Senta bremst ein legt Bettina Messner ihren zweiten Erzählband vor und in dem gibt Senta Bremstein, das Alter Ego von Bettina Messner, nun so richtig Gas. Und das hat nicht nur mit Geschwindigkeit zu tun, auch wenn manche Geschichten scheinbar nur 30 Sekunden dauern, sondern vielmehr mit durchaus provokantem Zündeln und Funkenschlägen dass dadurch schon mal die Lunte brennt, ist nun einmal nicht zu verhindern ... Die Autorin, die auch eine Flaneuse hätte werden können, zeichnet erneut faszinierende Protagonist/innen, die sich des Pudels Kern gefährlich nähern und auch mal jung- statt tiefstapeln oder in Irrgärten wandeln, während so nebenbei Tabula Rasa gemacht wird oder gar Systeme gesprengt werden: nicht nur bei den Spielarten der Liebe zwischen Polyamorie und Sadomaso oder beim feder(ball)leichten Spiel mit Happy Ends. Und das Tiefgründige, Geheimnisvolle durchdringt alle Fasern wie ein Rotweinfleck helle Baumwolle .


Der Sommer ist da und die Lust nach leichter Leselektüre steigt. Man sucht ein Buch für den Strand oder den Tag im Garten, im Liegestuhl oder noch besser in der Hängematte? Und natürlich muss es unterhalten, einen fesseln darf aber nicht belasten oder zuviele Fremdworte enthalten. 

Und genau jenes Buch habe ich zumindest für meinen Sommer 2016 gefunden. Mit seinen über 30 Geschichten, welche teils nur 2 Seiten befassen, und in der keine der vorherigen gleicht. Ich war anfangs sehr skeptisch da gerade gleich die erste Geschichte sehr poetisch war und dies leider garnicht mein Fall ist. Aber schon die nächsten brachten mich zum schmunzeln, nachdenken und ließen sogar mal eine Träne fließen. Ein Buch der Emotionen. Dabei sind es meist nicht die Personen die dies herbeirufen sondern die Situationen in welche jene stecken. Den diese hat bestimmt jeder schon einmal erlebt oder kennt jemanden den es so geht. Stress bei der Arbeit, die Kinder wollen nicht mehr hören und haben ihren eigenen Kopf, der Umzug ins Altersheim, Polygamie, das was wir uns nicht trauen zu sagen oder was wir wirklich können aber nicht zeigen. Jeder findet eine Geschichte für sich und vielleicht hilft sie auch weiter. 
Der Schreibweise ist bei allen Geschichten ordentlich, leicht verständlich und sie haben eine gut gewählte Länge. Ich, als jemand der fast nur dicke Romane liest oder Bücher aus dem Bereichen Fantasy und Krimi, fand die Abwechslung sehr erfrischend und ich glaube nicht das ich die Geschichten zum letzten Mal gelesen habe. 


 
 






[Rezension] Monika Detering - Wer liebt, stirbt zweimal









"Wer liebt,stirbt zweimal"
Autor: Monika Detering
Preis: 3,99 €
Einband: E-Book
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 192 Seiten
Veröffentlichung: 19.05.2016
Verlag: Digital-Publishers
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Sommer auf Langeoog. In einem Haus auf der Insel bricht Feuer aus. Nach den Löscharbeiten entdeckt der Brandmeister ein totes und ein schwer verletztes Mädchen. 
Die Kommissare Carla Bernstiel und Gerrit Blau finden weder Papiere noch die Handys der Opfer. Das Haus gehört Eleonore Bracht. Die Frau ist nicht aufzufinden, bis sich jemand daran erinnert, dass sie am Bodensee weilt.
In Bremen versucht Mira Hauser vergeblich, ihre Tochter Jördis auf dem Handy zu erreichen. Sie ist beunruhigt, denn die Erreichbarkeit war eine der Bedingungen für diesen Urlaub auf Langeoog...


Welcher Krimi-Fan mag es nicht, ein kniffliger Fall, tolle Detektive und ein spannendes teils unerwartetes Ende. Genau das was einen Krimi aus macht, habe ich in diesem Buch leider nicht gefunden. Aber fangen wir ganz vorne an, denn da gingen die Probleme los.Gleich die ersten Seiten machten mir das Lesen sehr schwer. Die Sätze waren für mich nicht bündig und wirkten dadurch immer etwas stockend. Das nächste Problem war die Aufteilung für die Sichtweisen der einzelnen Personen. Auch hier machten mir die Übergänge sehr zu schaffen, da die Wechsel einfach so kamen und ich manchmal garnicht wusste aus welcher Sicht ich gerade die Geschichte verfolge. Dies führte auch dazu das ich manche Seiten mehrmals lesen musste.
Die Hauptcharaktere Carla Bernstiel, Gerrit Blau und Kirsten Köppe benahmen sich gerade in der Anfangszeit wie kleine Kinder. Dadurch entstand für mich auch kein Charakter den ich im richtigen Leben ernst nehmen würde. Auch fand ich es mehr als befremdend das während der Ermittlung mal ein Spaziergang am Strand gemacht wurde oder man extra die Fähre nahm um etwas auszuspannen. Ab Mitte bis Ende des Buches arbeiteten sie zwar gut zusammen, aber der erste Eindruck ist meist nicht weg zu bekommen. Der Fall der zu lösen ist klingt anfangs recht spannend, wie oben zu lesen ist, entwickelt sich dann aber mehr und mehr in ein langweiliges suchen der Wahrheit. Denn den Täter konnte man sich schon lange denken. Schon in der Mitte war es mir klar. Trotz alledem wollte ich wissen, wie es geschah und wieso alles passierte. Und genau dies bleibt förmlich offen. Die Tatwaffe wurde zwar gefunden aber das wieso und weshalb bleibt offen. 

Ich hatte mir mehr erhofft.